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Atelier Sabine König

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b r o m ö l p h o t o g r a p h i e

Entdeckt wurde die Bromölfotografie im Jahre 1907 von Herrn Wall und prak-

tiziert wurde sie erstmals von Herrn Welbourne Piper im gleichen Jahr.

 

Das Verfahren galt als wichtigstes Stilmittel zur Erlangung einer sogenannten veredelten Wiedergabe von Fotografien. Jedoch anders, als man aufgrund der Bezeichnung Bromölfotografie vermuten könnte, entsteht bei dem Verfahren

jeweils ein original Ölbild, ein Unikat, das nicht beliebig vervielfältigt werden kann.

Kein Bild lässt sich so wiederholen, wie es bereits existiert. Verwendet werden Kupferdruck- oder Steindruckölfarben.

Diese historische Technik ist das einzige Verfahren unter den Edeldrucken, bei der man im Hellen arbeitet. Man beginnt mit einer Schwarzweißfotografie (auf einem ganz speziell beschichteten Papier), die zunächst gebleicht und gegerbt wird, bis ihr Bild wieder völlig verschwunden ist. Anschließend wird das leere Blatt zwischengewässert, zwischengetrocknet und quellgewässert,damit die Ölfarbe überhaupt haften bleibt. Das fertige Bromölbild braucht einige Tage, bis es vollständig getrocknet ist. Gegenüber mechanischen Verletzungen der Bildoberfläche ist es empfindlich, ansonsten kann man von einer unbegrenzten Haltbarkeit sprechen.

 

16 Arbeitsschritte sind notwendig, viel Geduld und Experimentierfreudigkeit. Ein Bromölbild herzustellen ist ein komplexes und sehr aufwändiges Procedere.

 

Seine besondere Wirkung beruht auf seiner malerischen Komponente, die durch eine Unterdrückung allzu naturalistischer Details und durch Erzielung kräftiger Tonwerte entsteht. Wie der feine Staub auf einem Schmetterlingsflügel liegt die matte Farbe auf dem Papier, winzige Kügelchen, klein genug, jedes Detail abzu- bilden, und doch so groß, dass sie dem Motiv eine verblüffende Plastizität verleihen. Abhängig ist diese Wirkung vor allem vom Farbauftrag, in dem auch die besondere Kunst des Bromölbildes liegt.

 

Das Bromölverfahren ist eine Rückbesinnung auf eine Technik aus dem Beginn des vorigen Jahrhunderts, für die Teile des Materials nach alten Rezepten hergestellt sind. Das Verfahren  wurde nur eine kurze Zeitspanne praktiziert und daher in seiner Vielfalt nie völlig ausgelotet.